Die Sensorgröße beeinflusst die Bildqualität mehr, als so mancher glauben möchte. Die Größe der einzelnen Pixel ist nämlich mitverantwortlich dafür, wie gut das Rauschverhalten des Bildsensors ist. Natürlich spielen da auch andere Faktoren eine Rolle wie die verwendete Technologie und die Konzeption. Trotzdem bieten Kameras mit großen Sensoren eine bessere Bildqualität als beispielsweise Handykameras oder Kompaktkameras mit kleinen Bildsensoren.

Bei System- und Spiegelreflexkameras haben sich im Amateurbereich drei Sensorgrößen auf dem Markt: Vollformat, was dem alten Kleinbildfilm entspricht, APS-C und MicroFourThirds.

Auf das Vollformat, welches ca. 36mm x 24mm misst, setzen auch sehr viele professionelle Fotografen, da es sehr vielseitig ist und oft höhere Auflösungen ermöglicht. So hat beispielsweise die Nikon D810 satte 36 Megapixel night-table-lens-blurAuflösung, während aktuelle APS-C-Kameras 24 Megapixel Auflösung bieten. Zudem sind alle Brennweitenangaben auf Objektiven auf Kleinbild (= Vollformat) bezogen. Kommt ein kleinerer Sensor zum Einsatz, wird immer ein sogenannter Crop-Faktor angegeben. Da der kleinere Sensor nur einen kleineren Teil des Bildes erfassen kann, zoomt man quasi in das Bild hinein. Schraubt man beispielsweise ein Standard-Objektiv mit 50mm Brennweite an eine Kamera mit APS-C-Sensor wirkt das Bild so, als wäre es an einer Kleinbildkamera mit einem 75mm Objektiv aufgenommen; das 50mm Objektiv wird als an einer APS-C-Kamera zu einem leichten Teleobjektiv. Bei Nikon wird der Vollformatsensor als FX-Sensor bezeichnet, das APS-C-Format heißt DX. Bei Canon erkennt man die Größe des Sensors an der Bezeichnung des Objektivbajonetts: EF bezeichnet Vollformatsensoren, EF-S APS-C.

Typische Sensorgrößen:
1280px-sensorformate-svg

  • Kleinbild / Nikon FX ca. 36 x 24 mm (Cropfaktor: 1)
  • APS-C / Nikon DX ca. 24 x 26 mm (Cropfaktor: 1,5)
  • FourThirds ca. 17 x 13 mm (Cropfaktor: 2)
  • 1″ / Nikon CX ca. 13 x 8 mm (Cropfaktor: 2,7)

Bei Systemkameras sind die Sensoren traditionell kleiner, da so auch kleinere Objektive gebaut werden können. Canon setzt mit dem EOS-M-System auf Sensoren in APS-C-Größe. Nikon führte für die eigene Systemkameraserie 1 Zoll große Sensoren mit der Bezeichnung CX. Panasonic und Olympus setzen gemeinsam auf das MicroFourThirds-System, welches auf Sensoren mit Crop-Faktor 2 setzen.

Für wen ist nun welche Sensorgröße geeignet? Nun, kleinere Sensoren sind aufgrund des größeren Cropfaktors bessere für Teleaufnahmen. So hat ein 500mm Superteleobjektiv an einem APS-C-Sensor ein Kleinbildäquivalent von 750mm. Umgekehrt sind große Sensoren für Weitwinkelaufnahmen von Vorteil. Meistens entscheidet jedoch die gewünschte Kameragröße (Systemkamera oder Spiegelreflex) und das Budget die Sensorgröße. Man kann mit allen oben genannten Sensorgrößen die typischen Anwendungsfälle einer besseren Kamera gut abdecken. Für Systemkamerasysteme gibt es zudem angepasste Objektive. So entspricht ein 18,5mm Objektiv für das Nikon 1 System ca. einem 50mm Objektiv an einer Kleinbildkamera.