Wer sich heutzutage eine neue Kamera für ernsthafteres Fotografieren kaufen möchte, steht häufig vor einer sehr wichtigen Entscheidung: Für welches System entscheide ich mich? Diese Entscheidung ist insofern wichtig, da man sich in den meisten Fällen mit dem Kauf der Kamera an eine Marke und somit an ein Angebot an Zubehör sowie Objektiven festlegt. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile und im Großen und Ganzen sind die wichtigsten Produkte bei jedem Hersteller zu finden. Nun gibt es jedoch auch innerhalb der Hersteller zwei Kameratypen, welche bauartbedingt auf andere Ansprüche zugeschnitten sind: Die klassische Spiegelreflexkamera, auch DSLR genannt und die in den letzten Jahren immer stärker auf den Markt drängenden Systemkameras, welche ohne Spiegelmechanik auskommen.

pexels-photo-30225Spiegelreflexkameras zeigen im Sucher immer das Bild so an, wie es aktuell durch das Objektiv kommt. Dadurch stimmt die Blick- und Aufnahmeachse exakt überein und das Motiv landet genau so, wie es im Sucher erscheint auch auf dem Film oder Bildsensor. Wird bei einer Spiegelreflexkamera ausgelöst, klappt der Spiegel innerhalb des Gehäuses durch einen Federmechanismus in Bruchteilen einer Sekunde hoch und ermöglicht so, dass das Licht auf den Sensor gelangen kann. Durch die erforderliche Mechanik sind die Gehäuse der Spiegelreflexkameras meist vergleichsweise groß und schwer, wodurch sie sich aber auch gut anfassen lassen und man so sicher und ruhig belichten kann. Klassische Hersteller von Spiegelreflexkameras sind Canon, Nikon oder Sony.

Systemkameras hingegen fehlt die komplette Spiegelkonstruktion und das Licht scheint direkt auf den Kamerasensor. Der Vorteil einer solchen Konstruktion liegt auf der Hand: Das Kameragehäuse kann kompakter und vor allem weitaus leichter gebaut werden. Den optischen Sucher ersetzt in den meisten Fällen das große Display auf der Kamerarückseite. Wer möchte, kann bei vielen Modellen aber auch auf einen digitalen Sucher ausweichen. Dieser mimt den optischen Sucher der DSLRs mittels eines kleinen Displays nach. So kann der Fotograf auch direkt die Belichtung im Sucher beurteilen und gegebenenfalls Anpassen, was bei einer Spiegelreflex nicht so ohne weiteres möglich ist. Ein großer Nachteil ist, vor allem bei den günstigeren Modellen, die geringe Auflösung des Displays im Sucher und eine leichte Verzögerung des Bildes, welche durch die Bildverarbeitung verursacht wird. Bekannte Vertreter der Systemkameras sind Panasonic und Olympus mit dem MicroFourThirds-System während sich die etablierten DSLR-Hersteller nach und nach auch an das Thema Systemkamera herantrauen.

ID: 22756Ein sekundärer Unterschied von Spiegelreflexkameras und Systemkameras ist, dass die Objektive für Systemkameras deutlich kleiner konstruiert werden können, da der Abstand der Sensorebene zur Rücklinse des Objektivs deutlich geringer ausfällt als bei DSLRs. So eignen sich Systemkameras besser fürs Reisen, wo schwere Ausrüstung gerne mal negativ auffallen kann. Für große Hände kann dieser Vorteil allerdings auch zum Nachteil werden, da sich die kleinen Kameras nicht so gut und sicher greifen lassen und es schnell zu einer Art Verkrampfung kommen kann.

Da die Entscheidung für ein bestimmtes System durchaus schwerfallen kann, sei jedem Geraten einfach mal in das Fotogeschäft oder den Elektronikmarkt seiner Wahl zu gehen und die verschiedenen Kameratypen in die Hand zu nehmen und auszuprobieren.

Meine Meinung:

Ich persönlich bin Verfechter der klassischen DSLR, da mit dem optische Sucher und die Griffigkeit einer großen Kamera sehr wichtig ist. Systemkameras haben aber auch ihre Zielgruppe und finden vor allem auf Reisen und in leichten Taschen ihren Platz.