Der Back-Button-Focus, also das Fokussieren mit dem Daumen mittels einer Taste auf der Kamerarückseite wird von vielen professionellen Fotografen eingesetzt. Standardmäßig liegt die Fokustaste auf der ersten Stufe des zweistufigen Kameraauslösers. Somit fokussiert die Kamera vor jedem Bild erneut auf das zu fotografieren Motiv. Manchmal verfängt sich der Fokus und verliert das eigentlich vom Fotografen gewünschte Fotomotiv „aus den Augen“ und fokussiert versehentlich auf etwas Anderes. Hierbei käme dann der Back-Button-Focus sehr gelegen. Durch diesen werden nämlich die beiden Bestandteile des Anfertigens einer Fotografie, das Fokussieren und das darauffolgende Auslösen, auseinandergezogen.

Ist der Back-Button-Focus aktiviert fokussiert die Kamera nur noch, wenn man die entsprechend belegte Taste betätigt. Die erste Stufe des zweistufigen Auslösers verliert diese Funktion und kann nicht mehr spontan vor einem Foto fehlfokussieren. Beispielsweise kommt das bei der Tierfotografie ganz gelegen, wenn man das eigentliche Motiv scharf haben möchte und verhindern will, dass die Kamera versehentlich auf Blätter im Vordergrund oder Bäume im Hintergrund fokussiert.

Doch auch bei der Portraitfotografie ist diese Methode des Fokussierens sehr praktisch. Sofern sich der Abstand zwischen Motiv und Fotograf nämlich nicht ändert, braucht man lediglich einmal zu fokussieren und kann danach frei sein Bild komponieren.

Der Back-Button-Fokus kann bei eigentlich allen größeren Kameraherstellern in den Menüs aktiviert werden. Hier kommt symbolhaft eine Nikon D7200 zum Einsatz. Um die Methode zu aktivieren muss lediglich im Menü f4 „Belegung der AE-L/AE-F Taste“ die Funktion beim „Drücken“ auf „AF-ON“ gesetzt werden.

Zu Beginn ist das Arbeiten mit dem Back-Button-Focus über die Rückseite der Kamera sehr gewöhnungsbedürftig und fremde Personen werden mit der Kamera nicht mehr ohne weiteres einfach so fotografieren können, doch einmal antrainiert möchte man nicht mehr zurück zum standardmäßigen Fotografieren.